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Schalke geht niemals pleite

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Artikelnr.: 1493844168
Angeboten am: 01.11.2011
Umfang: 1.482 Wörter, 9.693 Zeichen, 0 Bilder
Fußballtrainer Felix Magath spekuliert seit 30 Jahren an der Börse. Im Interview mit Euro am Sonntag sprach er offen über seine persönliche Geldanlage, sein Faible für Aktien und die finanzielle Situation bei Schalke 04

Euro am Sonntag: Herr Magath, in der Bundesliga kann Schalke 04 die hohen Erwartungen aus der Vorsaison noch nicht erfüllen. Kann die Mannschaft am Ende noch die internationalen Plätze erreichen? Felix Magath: Selbstverständlich ist das noch möglich. Dass wir in der Rückrunde auch Spiele verlieren würden, war vorher klar. Dennoch: Wir werden unser Ziel, auf die internationalen Plätze zu kommen, erreichen.

Euro am Sonntag: Und wenn nicht? Der Verein ist angesichts der massiven Verschuldung doch dazu verdammt, jedes Jahr Millioneneinnahmen durch den internationalen Wettbewerb, besser noch durch die Champions League, zu generieren.

Magath: Das ist eine zu oberflächliche Betrachtung. Unser Anspruch lautet natürlich, jedes Jahr international zu spielen. Mein Anspruch lautet aber auch, jedes Jahr die Ausgaben des Vereins durch Einnahmen zu decken oder zu übertreffen - auch wenn wir mal nicht auf die internationalen Plätze kommen. Dafür haben wir neue Strukturen geschaffen.

Euro am Sonntag: Eine Alternative zur Geldeinnahme hat Schalke am Finanzmarkt entdeckt. Der Verein hat für elf Millionen Euro Schalke-Anleihen platziert. Haben Sie selbst auch Anleihen erworben?

Magath: Nein, Schalke-Anleihen habe ich keine gekauft. Das hat aber nichts mit Schalke zu tun. Ich persönlich bin einfach kein Freund von Anleihen. Seit Ende der 70er-Jahre interessiere ich mich nun schon für Geldanlagen. Ich habe mich jedoch von Anfang an gegen Investments in Anleihen und für die Aktienanlage entschieden.

Euro am Sonntag: Aktien und Fußball - das passt dagegen nur selten gut zusammen. Der Börsengang von Borussia Dortmund war zumindest für Anleger - trotz der jüngsten sportlichen Erfolge und der Kursrallye der BVB-Aktie - ein Reinfall. Haben Sie schon mal Fußballaktien gekauft, vielleicht sogar die vom BVB? Magath: Nein. Das wäre natürlich eine schöne Schlagzeile: "Magath kauft Aktien vom BVB." Aber: Ich darf als Trainer ohnehin keine Fußballaktien besitzen, um mich nicht dem Verdacht der Manipulation auszusetzen.

Euro am Sonntag: Was halten Sie generell davon, wenn Fußballklubs an die Börse gehen?

Magath: Ich glaube schon, dass der Börsengang für einen Fußballverein eine Alternative für die Zukunft ist, um Kapital zu beschaffen. Mittlerweile werden ja auch in Deutschland viele Vereine - etwa Hoffenheim - durch finanzstarke Sponsoren oder externe Geldgeber unterstützt. Diesem Wettbewerbsdruck werden sich vor allem die Topklubs in Zukunft nur schwer entziehen können.

Euro am Sonntag: Ein Börsengang wäre also auch für Schalke 04 eine Option für die Zukunft? Immerhin könnte der Verein so kurzfristig eine Menge Geld einnehmen.

Magath: Ein Börsengang von Schalke 04 ist aktuell allein schon wegen der rechtlichen Struktur nicht denkbar. Schalke ist und soll ein eingetragener Verein bleiben. Fremdbestimmung, wie sie eine Aktiengesellschaft mit sich bringen würde, ist hier nicht gewollt. Ich akzeptiere das und gehe gerade deshalb andere Wege, um den Verein auch in Zukunft finanziell stabil und sportlich konkurrenzfähig zu halten.
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