Mit der Donau durch Serbien

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Artikelnr.: 2607136968
Angeboten am: 08.04.2012
Umfang: 1.223 Wörter, 7.478 Zeichen, 22 Bilder
  • Blick von der Belgrader Festung, die am Zusammenfluss von Donau und Save liegt. Foto: Rainer Heubeck
  • Blick von der Belgrader Festung, die am Zusammenfluss von Donau und Save liegt. Foto: Rainer Heubeck
  • Das Eingangstor zu Belgrader Festung, die über dem Zusammenschluss von Donau und Save thront Foto: Rainer Heubeck
  • Die Belgrader Festung bildete Jahrhunderte lang die Grenze zwischen dem osmanischen Reich und den Habsburgern Foto: Rainer Heubeck
  • : Die Kirche des Heiligen Sava fasst über 10000 Gläubige und ist der Hagia Sophia in Istanbul nachempfunden Foto: Rainer Heubeck
  • : Die Kirche des Heiligen Sava fasst über 10000 Gläubige und ist der Hagia Sophia in Istanbul nachempfunden Foto: Rainer Heubeck
  • Der weiße Palast – er war für die drei Söhne von König Alexander gedacht. Foto: Rainer Heubeck
  • Kann nach Voranmeldung an den Wochenenden besichtigt werden: Der Royal Palace am Stadtrand von Belgrad Foto: Rainer Heubeck
  • Viminatium, das Pompeji des Balkans – Ausgrabungen in der Totenstadt Foto: Rainer Heubeck
  • Rund 14000 Gräber wurden in Viminatium bislang entdeckt - viele der Bewohner, so vermuten die Wissenschaftler, starben einst an der Pest. Foto: Rainer Heubeck
  • Ein Teil der Grabräume in Viminatium war mit Fresken verziert Foto: Rainer Heubeck
  • Viminatium: Ausgrabungen römischer Bäder Foto: Rainer Heubeck
  • Steinerner Wächter an der Donau: Smederevo gilt als die größte mittelalterliche Flachlandfestung Foto: Rainer Heubeck
  • Steinerner Wächter an der Donau: Smederevo gilt als die größte mittelalterliche Flachlandfestung Foto: Rainer Heubeck
  • Maulbeerbaum im Stadtzentrum von Smederevo: An dieser Stelle übergab der osmanische Herrscher im Jahr 1805 die Stadtschlüssel Foto: Rainer Heubeck
  • Weinbauer aus Passion: Milomir Ilic, der den Weinbau vom seinem Vater und Großvater gelernt hat, will künftig auch Schaumwein produzieren Foto: Rainer Heubeck
  • Smederevka und italienischer Riesling sind die beliebtesten Weißweinsorten, die im Raum Smederevo angebaut werden. Foto: Rainer Heubeck
  • Smederevka und italienischer Riesling sind die beliebtesten Weißweinsorten, die im Raum Smederevo angebaut werden. Foto: Rainer Heubeck
  • : Mit deutscher Hilfe ausgeschildert: Der Donauradweg durch Serbien Foto: Rainer Heubeck
  • Majestätische Felsschlucht: Das eiserne Tor. Hier bildet die Donau die Grenze zwischen Serbien und Rumänien. Foto: R
  • Die Donau als Grenzfluss – davon zeugt die Festung Golubac, die direkt am Donauufer steht Foto: Rainer Heubeck
  • Die Donau als Grenzfluss – davon zeugt die Festung Golubac, die direkt am Donauufer steht Foto: Rainer Heubeck
Eine Reise entlang der Donau in Serbien ist vor allem eines – eine Grenz-Erfahrung. Egal, ob Besucher mit der Flusskreuzfahrtschiff an den wichtigsten Häfen Station machen oder ob sie mit dem Drahtesel auf dem Eurovelo Weg 6 unterwegs sind, einem neuen Abschnitt des populären Donauradwegs, dessen meistbefahrene Etappen bisher noch in Deutschland, Österreich und Ungarn liegen – wer Serbien besucht, lernt ein Land kennen, in dem lange Zeit die Grenze zwischen der Herrschaft der Habsburger und des osmanischen Sultans verlief. Ein Land aber auch, in dem  Massentourismus bislang ein Fremdwort ist. Dabei ist Serbien nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern bietet auch einzigartige Kulturschätze.

Die Donau gilt seit jeher als ein Strom, der verbindet. Zum einen, weil sie insgesamt zehn europäische Länder durchfließt oder streift, zum anderen, weil sie ein wichtiger Handelsweg ist und war. Doch die Donau bildet nicht nur eine Brücke, sondern oft auch eine Grenze. Mehr als 1000 Kilometer, rund 37 Prozent des Donauverlaufs, sind Staatsgrenzen. Doch während die Donau heute die Nachbarländer eher verbindet als trennt, war dies früher anders. Davon zeugen zahlreiche trutzige Burgen und Festungen entlang der Donau. Eine der wichtigsten davon ist die Belgrader Festung, bis heute das Wahrzeichen der serbischen Hauptstadt. Rund vierzig Mal wurde die Wehrburg erobert. Zuerst schützten sich hier römische Legionäre vor Goten und Hunnen. Nach 1521, als die Festung von den Türken erobert wurde, verlief unterhalb der Festung die Grenze zwischen dem Herrschaftsgebiet der Habsburger und dem osmanischen Reich – bis 1867 ein serbischer Herrscher dort einzog. Heute sind die Reste der traditionsreichen Festung, die über dem Zusammenfluss von Donau und Save thront, von einem weitläufigen Park umgeben und beherbergen unter anderem ein Militärmuseum.

Doch Belgrad hat Besuchern weit mehr zu bieten als die malerisch gelegene Festung. Die 1,7-Millionen Einwohner Stadt, die vom Reiseführer Lonely Planet als weltweit führendes In-Ziel in Sachen Nachtleben empfohlen wird, lockt mit zahlreichen religiösen und kulturellen Sehenswürdigkeiten – darunter die Kirche des Heiligen Sava, die wegen ihrer gigantischen Kuppel an die Istanbuler Hagia Sophia erinnert. Das orthodoxe Gotteshaus, dessen Inneres derzeit noch gestaltet und ausgebaut wird, bietet mehr als 10.000 Gläubigen Platz.  Ein weiterer Höhepunkt eines Belgrad-Besuchs ist eine Besichtigung des Palastkomplexes der serbischen Königsfamilie, der aus zwei weißen Palastgebäuden besteht und von einem weitläufigen Park umgeben ist. Während der jugoslawischen Zeit hatte Staatspräsident Tito hier residiert bzw. repräsentiert und Gäste wie Queen Elisabeth, König Juan Carlos und den äthiopischen Kaiser Haile Selassie empfangen, nach dem Ende des Jugoslawienkriegs wurden die beiden Palastgebäude an die Nachkommen des früheren serbischen Königs zurückgegeben – und seit dem Jahr 2007 sind die beiden sehenswerten Paläste, die Anfang des 19. Jahrhunderts von König Alexander I. erbaut wurden, für die Öffentlichkeit zugänglich. Ein Besuch, der sich lohnt – denn die beiden marmorverkleideten Paläste überraschen in ihrem Inneren durch eine erstaunliche stilistische Vielfalt, die an Rokoko ebenso anknüpft wie am venezianischen Stil.
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