Wenn nicht jetzt, wann dann?
Artikelnr.: 2634694856
Angeboten am: 04.05.2012
Umfang: 1.186 Wörter, 7.594 Zeichen, 2 Bilder
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LED-Leuchten in Form historischer Gaslaternen in Leipzig (weitere Fotos verfügbar)
Foto: Reinhard Huschke
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LED-Altstadtleuchten und LED-Dachfirstbeleuchtung in Stuttgart-Bad Cannstatt
Foto: Stadt Stuttgart
Die LED ist die Lichtquelle der Zukunft – nicht nur im heimischen Wohnzimmer, sondern auch auf öffentlichen Straßen und Plätzen. Ob Städte und Gemeinden allerdings gut beraten sind, ihre Straßenbeleuchtung schon heute auf die sehr effiziente, aber auch teure Technik umzurüsten, darüber diskutierten Beleuchtungsexperten kürzlich auf einem Branchenkongress in Leipzig.
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Für viele Kommunen ist der absehbare Mangel an Ersatzlampen allerdings eher Anlass, ihre verbliebenen HQL-Leuchten lieber heute als morgen zu ersetzen. Die Frage ist nur, womit: Schon lange gibt es wesentlich effizientere Leuchtmittel, die ebenfalls auf dem Funktionsprinzip der Gasentladung basieren, wie die gelb leuchtenden Natriumdampf-Hochdrucklampen (NAV), die weißen Halogen-Metalldampflampen (HMD) oder die ebenfalls weißen Kompaktleuchtstofflampen. Oder man stellt gleich auf LED-Technik um, aber die ist derzeit (noch) mindestens doppelt so teuer wie NAV. „Dafür lässt sich mit LEDs gegenüber HQL 60-70 Prozent der Energie einsparen“, erklärt Tran Quoc Khanh, Professor für Lichttechnik an der TU Darmstadt und branchenbekannter Experte. Mit den konventionellen Entladungstechnologien erreiche man je nach Lampenart und Beleuchtungssituation „nur“ Effizienzgewinne von 30 bis 40, maximal 50 Prozent. Zudem sind die LED-Leuchten, so versprechen es jedenfalls die Hersteller, während ihrer gesamten Lebensdauer nahezu wartungsfrei.
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LED-Boom dank Förderung
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Trotz dieser Unwägbarkeiten setzen immer mehr Städte und Gemeinden auf die LED-Technik, zumal in den letzten Jahren großzügige Förderungen von bis zu 100 Prozent der Investitionskosten winkten. Auch in diesem Jahr können LED-Umrüstungsprojekte, die zu einer mindestens 60-prozentigen Senkung der CO2-Emissionen führen, mit einer 25-prozentigen Förderung im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums und darüber hinaus mit zinsgünstigen KfW-Krediten rechnen. Ein lukratives Angebot für Gemeinden, die ohnehin ihre alten HQL-Leuchten ersetzen wollen oder müssen: Nach Berechnung von Professor Khanh kann sich eine Investition in LED-Technik schon nach acht bis neun Jahren amortisieren – einer vergleichsweise kurzen Zeit, wenn man bedenkt, dass Straßenleuchten eine Langzeitinvestition für mindestens 25 Jahre darstellen.
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LED ist nicht gleich LED
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Um das Risiko einer LED-Investition besser abschätzen zu können, führt Tran Quoc Khanh zur Zeit an seinem Darmstädter Lehrstuhl Messungen durch, die Aufschluss über die Langzeitstabilität der Leuchtdioden geben sollen. Erste Ergebnisse bestätigen die Vermutung, dass längst nicht alle LEDs nach 50.000 Stunden Brenndauer noch die verlangten 70 Prozent der anfänglichen Lichtausbeute erreichen werden; andere zeigen auch nach mehreren Tausend Brennstunden nur einen geringen Leistungsabfall. Diese Erkenntnis sowie Ergebnisse aus LED-Feldtests veranlassen den Darmstädter Beleuchtungsexperten zu einer differenzierten Empfehlung: „Es gibt nachweislich sehr gute LED-Straßenleuchten, aber auch sehr große Qualitätsunterschiede.“ Er rät deshalb den Gemeinden, nur bei solchen Herstellern zu kaufen, die im Bereich der Straßenbeleuchtung Erfahrung hätten und auch langfristig Ersatzteile und Unterstützung anbieten könnten.
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Daten und Fakten zur Straßenbeleuchtung
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– In deutschen Städten und Gemeinden stehen etwa 9 Millionen Straßenleuchten. Rund ein Drittel ist über 30 Jahre alt und mit ineffizienten HQL-Lampen ausgerüstet, erst rund 1 % mit LED-Technik.
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– Der jährliche Stromverbrauch für die Straßenbeleuchtung lag im Jahr 2010 bei 3,5 TWh (Terawattstunden), entsprechend dem Verbrauch von einer Million Haushalten.
Bisherige Veröffentlichungen
Stuttgarter Zeitung (05.03.12)