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Im Reich der Düfte

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Artikelnr.: 2636079304
Angeboten am: 02.05.2012
Umfang: 1.130 Wörter, 6.902 Zeichen, 0 Bilder
Genießen Sie Ihren Garten mit allen Sinnen: Riechen Sie ihn! Duftende Pflanzen sprechen über die Nase unsere Seele an. Wir geben Ihnen Tipps für eine Wohlfühlecke mit Ihren Lieblingsdüften

Natürlich haben Sie es längst bemerkt: Es riecht nach Frühling. Nach dieser einzigartig samtigen Duftmischung aus frischem Gras, feuchter Erde und den Blüten von Winterschneeball und Veilchen, die Jahr für Jahr aufs Neue mit den ersten warmen Sonnentagen durchs Land zieht, unsere Seele öffnet und den Winterblues auf der Stelle vertreibt.

Wenn Düfte so viel bei uns bewirken können - warum eigentlich vernachlässigen wir diesen Aspekt so häufig bei der Gartengestaltung? Pflanzen kaufen wir meist nach ihrer äußeren Erscheinung. Mit den Augen also, die Nase aber kommt viel zu selten zum Einsatz. Vielleicht, weil schon in den Pflanzenbeschreibungen fast nie auf den Duft eingegangen wird. Vielleicht ist aber auch die Geschichte schuld: Über Jahrtausende galt der Geruchssinn als entbehrlichster aller Sinne, wie es der Philosoph Immanuel Kant ausdrückte. Bereits Platon und Aristoteles unterschieden zwischen höheren und niederen Sinnen, zu Letzteren zählten Geruch und Geschmack.

Dabei gibt es nur für den Geruchssinn eine direkte Verbindung zum limbischen System: Der Bulbus olfactorius, so etwas wie die "Riechzentrale" des Gehirns also, hat einen ganz kurzen Draht zu der Hirn-Region, die in nicht unerheblichem Maße verantwortlich für unsere Gefühle und Emotionen ist. Und deshalb wirkt etwa Lavendelduft beruhigend auf uns. Oder der Thymian anregend - schon im Mittelalter sollen sich Ritter vor Kämpfen mit seinem Duft stimuliert haben. Düfte beeinflussen sogar die Gedächtnisleistung, weil sie ganz konkrete Erinnerungen hervorrufen. Höchste Zeit, ihre vielfältigen Möglichkeiten und Eigenschaften zu entdecken: Schaffen Sie sich eine Wohlfühl-ecke mit Ihren Lieblingsdüften im Garten, auf Terrasse oder Balkon.

Immer der Nase nach

Da Gerüche eine sehr individuelle Sache sind und Menschen Düfte sehr unterschiedlich wahrnehmen, sollte man, wenn es geht, vor dem Kauf einer Duftpflanze den Geruchstest machen. Das ist, zugegeben, leichter gesagt als getan: Wird die Pflanze im Internet bestellt, muss man sich auf die subjektiven Angaben verlassen. Und im Gartencenter herrscht oft ein völliges Durcheinander verschiedenster Geruchsnoten. Dazu verströmen Pflanzen ihren Duft auch noch zu den unterschiedlichsten Tageszeiten, die einen am Mittag in voller Sonne, andere erst am Abend in der Dämmerung. Frühmorgens duften Rosen und viele andere Stauden am intensivsten. Ein und dieselbe Blüte duftet morgens anders als abends, bei Trockenheit anders als nach einem Regenguss. Bei bedecktem Himmel duften viele Pflanzen ausgeprägter als im Sonnenschein, bei feuchter Luft ist das Geruchserlebnis oft am intensivsten. Nicht einfach also, den persönlichen Duft zu finden. Wir haben Ihnen deshalb auf diesen Seiten eine kleine Auswahl von weniger bekannten Stauden zusammengestellt, die eine ganze Palette an Duftnuancen bieten.

Von Düften und Aromen

Perfekt für eine Duftecke sind windgeschützte Sitzplätze im Garten, etwa neben einer Hecke oder an einer Mauer. Auch Terrassen und Hauseingänge sind geeignete Orte für intensive Blütendüfte. Dabei sollte man aber berücksichtigen, dass die Bedingungen, unter denen die Pflanzen leben, sich auf den Duft auswirken.
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