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Heike Dommnich


Hirschkäfer – Käfer des Jahres 2012

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Artikelnr.: 2682437832
Angeboten am: 02.05.2012
Umfang: 451 Wörter, 2.545 Zeichen, 0 Bilder
Der Hirschkäfer (Lucanus cervusist) der größte heimische Käfer in Europa. Das Männchen kann mit seinem Geweih bis zu acht Zentimeter lang werden, das Weibchen bleibt mit cirka vier Zentimetern Länge wesentlich kleiner. Das Geweih des Männchens wird aus den massiv vergrößerten Mandibeln (Oberkiefer) gebildet. Der zur Familie der Schröter (Lucanidae) gehörende Käfer war am Anfang des 20. Jahrhundert nicht selten, steht inzwischen jedoch durch mangelnden Lebensraum als stark gefährdete Art auf der Roten Liste Deutschlands.


Hirschkäfer leben bevorzugt in Eichenwäldern

Der schwarzbraune Hirschkäfer lebt an lichten Stellen in Eichenwäldern, kann sich aber auch in Obstplantagen, Gärten und Rindenmulchhaufen entwickeln. Die Käfer sind von Ende Mai bis Ende Juli in der Abenddämmerung an alten Bäumen, besonders an Eichen zu finden. Dort lecken sie ausfließenden Baumsaft und liefern sich teilweise erbitterte Kämpfe um den besten Futterplatz. Die Männchen können nur Baumsaft lecken, da sie ihr Geweih nicht zum Kauen oder Beißen verwenden können. Die Weibchen dagegen haben normal entwickelte Oberkiefer und können damit kräftig beißen. Sie ritzen die Rinde der Bäume an und helfen sich und den Männchen auf diese Art, gemeinsam an den Saft zu gelangen. Die Zeit der Saftleckerei ist auch die Zeit der Paarung.


Ausgewachsene Hirschkäfer leben nur kurz

An warmen Abenden fliegen die Männchen umher um Weibchen zu suchen. Diese locken ihre Partner mit Hilfe von Pheromonen (Sexuallockstoffen) an. Begegnen sich zwei Männchen, kommt im Kampf ihr Geweih zum Einsatz. Sie versuchen sich dabei gegenseitig auf den Rücken zu werfen oder sich sogar vom Stamm zu stoßen. Der Sieger darf sich mit dem Weibchen paaren, stirb aber bald danach. Das Weibchen legt in bis zu einem Meter Tiefe 50 bis 100 Eier an morschen Wurzeln, Stubben oder altem Holz ab und stirbt ebenfalls kurze Zeit später.  Etwa zwei Wochen nach der Eiablage schlüpfen die engerlingsartigen, cremefarbigen  Larven. Sie benötigen für ihre Entwicklung durch Pilzbefall zermürbtes Totholz, meistens Eichenwurzeln. Aber auch morsches Holz von anderen Bäumen ist möglich. Nach fünf bis acht Jahren, je nach Lebensbedingungen, verpuppen sich die beinahe bis zu elf Zentimeter großen Larven in einer Erdkapsel, die innen mit Nahrungsbrei geglättet wird. Diese kann bis zu faustgroß sein. Nach dem Schlupf der Käfer,sechs Wochen nach der Verpuppung,  verbleiben diese über Winter im Boden. Sie erscheinen erst Ende Mai wieder für ein kurzes Leben als Hirschkäfer, um für den nächsten Nachwuchs  zu sorgen.

Da inzwischen beinahe alle Waldbestände in Europa forstwirtschaftlich genutzt werden, nimmt der Lebensraum der Hirschkäfer immer mehr ab. Totholz wird aus den Wäldern entfernt, alte Eichen werden gefällt und ihr Holz genutzt. So fehlt dem Hirschkäfer der notwendige Lebensraum für seine Entwicklung. Der Hirschkäfer ist heute beinahe nur noch in wenigen alten Eichen-Urwäldern zu finden. Im Jahr 2012 wurde er zum Käfer des Jahres gewählt.

Bisherige Veröffentlichungen

suite101.de (03.02.11)
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