Zecken und ihre Lebensweise als Parasit
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Artikelnr.: 2682470600
Angeboten am: 02.05.2012
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Zecken (Ioxida) durchlaufen drei Lebensphasen, in denen sie jeweils eine Blutmalzeit für ihre Entwicklung benötigen. Sie befallen also im Laufe ihres Lebens verschiedene Wirte. Nur einige wenige Zecken verbringen das ganze Leben auf ein und demselben Wirt.
Zecken gehören zu den Milben (Acari) und sind Spinnentiere (Arachnida). Die über 10.000 verschiedenen Milbenarten bilden mit Abstand die größte Ordnung der Spinnentiere. Ob es die Krätze hervorrufende Krätzemilbe (Sarcoptes scabiei) ist oder der als Überträger der Borreliose bekannte Holzbock (Ixodes ricinus), allein das Erwähnen der winzigen Tiere erzeugt Ekel und Abwehr. Davon abgesehen, hat die Natur die Zecken mit erstaunlichen Eigenschaften ausgestattet.
Der Holzbock ist ein raffinierter Lebenskünstler
Die Entwicklung des Holzbockes dauert je nach Witterung etwa ein bis eineinhalb Jahre. Ihre Paarung findet auf dem letzten Wirtstier statt. Das Weibchen muss sich vor der Eiablage noch einmal kräftig mit Blut vollsaugen. Dabei kann es die bis zu 200fache Menge des eigenen Körpergewichtes an Blut aufnehmen. Der Mitteldarm des Zeckenweibchens verfügt über sieben Paare schlauchförmige Blindsäcke, die enorme Mengen Blut aufnehmen können. Das Männchen selbst saugt am Wirt kein Blut. Es sucht diesen nur auf, um ein paarungsbereites Weibchen zu finden. Dieses verlässt zur Ablage seiner 1.000 bis 3.000 Eier den Wirt. Aus den Eiern entwickeln sich am Boden von den Wetterbedingungen abhängig in vier bis zehn Wochen die Larven. Auch diese brauchen einen Wirt zum Blutsaugen, ebenso das nächste Entwicklungsstadium, die Nymphen.
Wie finden die Zeckenlarven einen Wirt?
Beim Holzbock ist dies gut untersucht. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven streben dem Licht zu. Sie klettern auf Zweigenden und Buschwerk, um hier auf ein Wirtstier zu lauern. Mit ihrem empfindlichen Erschütterungssinn nehmen sie war, ob sich ein möglicher Wirt nähert. Durch ihren ebenso beachtlichen chemischen Sinn erkennen die Zeckenlarven, ob ihnen das Tier als Wirt zusagt. Es ist das so genannte Hallersche Organ, welches an den Füßen der Vorderbeine der Zecken sitzt, mit dem die Holzbocklarve ihr Opfer „riecht“. Oft sind es Eidechsen oder andere kleine Wirbeltiere, auf die sich die Larve dann fallen lässt. Auch die Füße der Hinterbeine vollbringen erstaunliche Leistungen. Hier sitzt ein hochempfindlicher Temperatursinn. Mit diesem erkennen die Zeckenlarven, an welcher Stelle sie den Wirt anzapfen müssen. Sie haben im Larvenstadium nur drei Beinpaare und saugen etwa drei bis fünf Tage an dem kleinen Wirbeltier, ehe sie sich am Boden zu einer Nympfe entwickeln. Die Nymphe kann dann wie bei Spinnen üblich auch mit vier Beinpaaren aufwarten. Sie muss noch einmal ein Wirtstier anzapfen, an welchem sie vier bis acht Tage lebt. Die vollständige Entwicklung zur ausgewachsenen Zecke erfolgt wieder am Boden. Wie lange ein Holzbock vom Ei bis zum ausgewachsenen Tier braucht, hängt mit davon ab, wie schnell die Entwicklungsstadien einen passenden Wirt finden.
Zecken übertragen gefährliche Krankheiten
Zecken übertragen neben Borreliose und der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) rund 50 weitere Krankheiten, die bekannt sind. Dazu gehören das Fleckfiber und viele Krankheiten der tropischen Regionen. Heute leben vor allem in Süddeutschland Zecken, welche die entsprechenden Viren übertragen.
Bisherige Veröffentlichungen
suite101.de (10.04.12)