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Julia Bleser


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Alleinerziehend ist allein erziehend! Wie Mütter 2012 zwischen Beruf und Kind navigieren

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Artikelnr.: 2733949128
Angeboten am: 18.06.2012
Umfang: 1.117 Wörter, 6.263 Zeichen, 0 Bilder
Nur so kann Frau auch das leisten, wozu sie fähig ist. Das bei diesem „Alltag“ und den damit verbundenen Sorgen, gerne auch finanzieller Art, ein Burnout über Frauen hereinbricht – wen wundert es?

 

In meiner Recherche zu diesem Artikel habe ich mit vielen Alleinerziehenden gesprochen, die ehrlich und ohne Kompromisse ihre Situationen geschildert haben.

Da ist der Druck, alles „richtig“ zu machen, eine finanzielle Unabhängigkeit zu schaffen und gleichzeitig sich dabei nicht völlig zu verlieren. Einige „tun als ob“ alles ganz wunderbar läuft und weinen erst am späten Abend in die Kissen. Andere geben unverblümt zu: „Ich kann das nicht mehr alles schaffen. Ich verzichte lieber auf Luxus und gehe zum Amt.“ In einem waren sich viele einig: Der Kindesunterhalt reicht gerade für einen Teil der Miete und zum Leben. Anziehsachen, Sportvereine, Urlaube und Co bringen die Frauen oft schon in Schwulitäten. Dafür sind die Verdienste im Regelfall einfach nicht hoch genug. Und um mehr zu verdienen, müssten sie mehr arbeiten, eine 40 Stundenwoche bekleiden. Aber wie soll das funktionieren, ohne Kinderfrau, die Mutterersatz spielt?

Selbst Top-Verdienerinnen geben zu, wie schwierig es ist, zwischen Beruf und Kind zu navigieren. Auch wenn das nötige Einkommen eine Kinderfrau, passendes Wohnumfeld etc. zulässt, bleibt der Stress nicht in den Schuhen stecken. Die Therapeuten-Listen sind voll. Voll von Menschen, die ihrem Alltag nicht mehr gerecht werden. Die sich überfordert fühlen. Wo soll das hinführen? Die Scheidungsraten werden nicht geringer. Die Kinder brauchen eine liebevolle Betreuung und zwar nicht nur von Fremden, sondern auch von ihren Müttern. Lösungsansätze werden immer wieder diskutiert. Veränderungen sind erst einmal nicht in Sicht.

Wie lautet also das Fazit? Im Gespräch mit vollberufstätigen Frauen um die 30 kamen viele interessante Meinungen hervor. Da ist zwar der Wunsch nach einer festen Partnerschaft vorhanden bzw. diese wird bereits gelebt, auch gerne verheiratet. Der Kinderwunsch steht bei vielen ganz hinten an. Frauen zwischen 30 und 40 haben sich im Freundes- und Bekanntenkreis schon ausführlich ansehen können, wie Realität aussehen kann. Da ist die Angst im Vordergrund, genau so zu enden oder dazustehen. Angst vor Unabhängigkeitsverlust. Angst den Anschluss im Beruf zu verlieren. Wer als Frau intelligent das Thema Kinder beleuchtet, kann sich heute kaum noch eines leisten. Zwei oder drei Kinder sind bei den meisten Paaren in der gehobenen Bildungsebene zu einer absoluten Seltenheit mutiert. Nach dem Motto „wer soll das alles bezahlen“, überlegen sich Mann und Frau ganz genau, ob sie das möchten. Was ist, wenn die Beziehung auseinanderbricht? Auch für Männer stellt sich dann die Frage, wie sie Frau und Kinder unterhalten wollen und vielleicht irgendwann noch einmal mit einer anderen Person glücklich werden können.

Das ganze Leben ist kein Quiz. Wenn wir nicht vollends auf Kinder von Denkenden verzichten möchten, ist Handlungsbedarf. Mehr Unterstützung für Frauen in den Betreuungsstrukturen, mehr Flexibilität von Arbeitgebern und Unternehmen. Denn letztere sollten die Arbeitskraft zufriedener Frauen nicht unterschätzen: wenn eine Frau den Weg frei hat, ist sie oft rentabler als ihr männliches Kollegium.
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