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Der Beitrag erklärt die Risiken des digital vernetzten Heims durch Schadsoftware und IT-Angriffe. .


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Ulrich Hottelet


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Das digitale Heim öffnet der Schadsoftware neue Einfallstore

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Artikelnr.: 2741649608
Angeboten am: 24.05.2012
Umfang: 822 Wörter, 5.470 Zeichen, 0 Bilder
Dem digital vernetzten Haushalt gehört die Zukunft. Das gilt besonders für Geräte der Unterhaltungselektronik mit Internet-Zugang. Doch die schöne neue Welt der Heimvernetzung hat ihre Tücken: Denn mit der Multimedia-Unterhaltung via Hybrid-TV, Tablet-Computern, Smartphones und Spielekonsolen sind höhere Sicherheitsrisiken verbunden.


    Ihnen können Nutzer leicht zum Opfer fallen, wie folgender Fall zeigt: Viele Fernseher mit Internet-Anschluss arbeiten mit dem Google-Betriebssystem Android. Lädt man im TV von einem App-Store Applikationen herunter, zum Beispiel Facebook-Apps, so können diese mit Schadsoftware infiziert sein. Nutzt man dann eine mit einem Trojaner behaftete Facebook-App, um auf dem Fernseher das soziale Netzwerk zu nutzen, teilt man ungewollt über das Internet Cyberkriminellen die Facebook-Anmeldedaten mit . Das Facebook-Konto kann dann missbraucht werden. Die Krux: Die Cybergangster müssen das IP-TV nicht einmal im Visier gehabt haben. Sie hatten ihre Schadsoftware „eigentlich“ für Handys geschrieben. Einige dieser bösartigen Programme funktionieren aber auch auf Fernsehern.


    Gerade Android bereitet den Sicherheitsexperten Kopfzerbrechen. Es wird auch in der Unterhaltungselektronik immer beliebter. Christian Funk, Analyst beim Virenschutzanbieter Kaspersky Lab, sieht daher den starken Anstieg von Android-Schadprogrammen mit Sorge: „Im August 2010 tauchte der erste Schädling für dieses Betriebssystem auf. Mittlerweile machen Android-Schadprogramme einen Großteil des Gesamtvolumens mobiler Schädlinge aus.“


    „Generell werden die Angriffsmöglichkeiten für Kriminelle im Heimanwenderbereich breiter. Dabei können Betrüger die bei PCs erfolgreichen Betrugsmethoden und -Technologien auf neue Geräteklassen ummünzen“, sagt er. Zu den Gefahren gehören Spam, Phishing und Erpressungs-Software, die den Gebrauch von Geräten erst gegen Zahlung freigibt. Das könnte bei Hausbesitzern für kalte Füße sorgen, wenn Cybergangster die Heizung abschalten und sie erst gegen Lösegeldzahlung wieder hochfahren. Risiken ergeben sich besonders daraus, dass Online-Shopping, -Banking und soziale Netzwerke immer häufiger auf Mobilgeräten wie Smartphones und Tablets, aber auch auf Fernsehgeräten genutzt werden. Kriminelle haben es dabei auf sensible Daten von Kundenkonten abgesehen, wie der massenhafte Diebstahl von Kreditkartendaten bei Sonys Playstation gezeigt hat. Der Unsicherheits-GAU im digitalen zu Hause hingegen wäre eher analoger Natur, wenn nämlich Einbrecher durch einen IT-Hack das Absperrsystem der Wohnungstür manipulieren könnten.


    Kritisch wird es dann, wenn die Systeme zu Hause eine Verbindung ins Internet haben und drahtlos betrieben werden. Die Kunden bevorzugen heute jedoch gerade Lösungen, die keinen Kabelwust erzeugen. Außerdem sind die Nachrüstlösungen in aller Regel funkgesteuert. „Entscheidend ist, ob man eine offene Schnittstelle nach außen hat, zum Beispiel für die Wartung und den Bezug neuer Dienste. Wenn die Geräte über das Internet erreichbar sind, sind die Gefahren gegeben“, sagt Professor Ahmad-Reza Sadeghi, beim Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie auf „Cyber-Physical Systems“ spezialisiert. Als Bedrohung des Datenschutzes sieht er das Auskundschaften von Nutzerprofilen, wofür es einen lukrativen Markt gebe. Generell erzeuge zwar das Vernetzen keine neuen Sicherheitsprobleme, sie nähmen aber durch die höhere Komplexität zu. „Je mehr Geräte vernetzt sind, desto gefährlicher wird es“, warnt er. Sei ein Gerät befallen, helfe der Schutz zwischen anderen Geräten nichts, da sich die Schadsoftware im Netzwerk verbreiten kann. So kann die Schadsoftware zum Beispiel beim Surfen durch einen Drive-by Download eingefangen werden.

Bisherige Veröffentlichungen

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