Der doppelte und dreifache Mario
Artikelnr.: 2825568456
Angeboten am: 30.06.2012
Umfang: 313 Wörter, 1.867 Zeichen, 1 Bild
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Harlekine beim Fußball
Foto: sks
Wer den Schaden hat… Die Zeitungen auf der Apennin-Halbinsel hatten tags drauf Genüssliches zu erledigen. Nämlich Spott und Hohn auszugießen. Tags drauf? Es waren zwei Ereignisse zur gleichen Zeit am Abend des 29. Juni 2012 gewesen, nämlich das Halbfinalspiel Deutschland – Italien bei der Fußball-Europameisterschaft und das intensive Fingerhakeln zwischen Roms Regierungschef Monti und der Bundeskanzlerin um Fiskalpakte in Brüssel. Auf beiden Feldern blieben die Deutschen unterlegen. Ziemlich deutlich. Es war auch kein Wunder, hießen die beiden Hauptmatadore der Italiener doch Mario: Monti und Balotelli. Und so war denn flugs bei Facebook eine Fotomontage zu sehen, die den kühlen Regierungschef mit der profunden europäischen Erfahrung mit dem Irokesenkopf des Fußballers Mario darstellte. Das war der doppelte Mario sozusagen. Die Italiener reklamierten an diesem so ertragreichen Wochenschluss aber sogleich noch einen dritten Mario zu Recht für sich: Nämlich Mario Draghi, den Chef der Europäische Zentralbank, Italiener – und mit den Brüsseler Beschlüssen „höchst zufrieden“. Zum Fußball äußerte er sich nicht.