Die dunklen Seiten des heiteren Tessin
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Artikelnr.: 2901786824
Angeboten am: 28.08.2012
Umfang: 521 Wörter, 3.277 Zeichen, 1 Bild
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Casino Lugano
Foto: Klaus J. Schwehn
Der Landstrich wird “die Toskana der Schweiz“ genannt, als ein „Sonnenbalkon“ gepriesen; und gemeint ist das “fröhliche Tessin“. Der südlichste Zipfel der Eidgenossenschaft mit seinen gerade mal 300.000 Einwohnern hat erst seit 1803 seinen Namen – den von Napoleons Gnaden freien Kanton taufte man einfach nach dem örtlichen Fluß. Dieses fröhliche, heitere, auch melancholische Tessin, das Jahr für Jahr Tausende von Touristen anzieht, hat allerdings – und davon merkt der normale Ferienreisende wenig oder nichts – eine Kehrseite. Die Schlagworte dazu, über die letzten 20 Jahre hinweg, hießen „Pizza Connection“, „Konto Protezione“ oder „Ticinogate“. Die Namen sind vielsagend und eindeutig. Das Tessin mit dem schönen Lugano – das zum drittgrößten Finanzplatz der Schweiz geworden ist – hat eine beachtliche Skandalchronik. Der Kanton, hat einmal der Schweizer Jurist Paolo Bernasconi gesagt, ist ein „vergifteter Finanzplatz“.