Selbstbestimmtes Wohnen für Menschen mit schweren Behinderungen ist möglich
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Artikelnr.: 2902261960
Angeboten am: 05.09.2012
Umfang: 568 Wörter, 3.545 Zeichen, 0 Bilder
Individuell und selbstbestimmt wohnen – aber nicht alleine sein. Das ist das Ziel der Fürst Donnersmarck-Stiftung mit dem Projekt „Wohnen mit Intensivbetreuung“ (WmI). An zwei Standorten in Berlin bieten 34 barrierefreie Einzelappartements schwer- und mehrfachbehinderten Menschen die Möglichkeit, so eigenständig wie möglich zu leben. Eine wissenschaftliche Begleitforschung hat das Projekt von Anfang an begleitet. Nun wurden die Ergebnisse bei einer Fachtagung in der Villa Donnersmarck in Berlin-Zehlendorf vorgestellt.
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Das Ziel der Untersuchung war es, herauszufinden, wie sich die gesundheitliche Entwicklung, die Lebensqualität und die Sozialräumlichkeit der betreffenden Personen mit hohem Betreuungsbedarf nach dem Einzug in das WmI entwickeln. Dazu wurden über zweieinhalb Jahre 40 Teilnehmer in regelmäßigen Abständen befragt. Karin Wolf-Ostermann von der Alice Salomon Fachhochschule zieht zum Abschluss der Studie ihr Fazit. Trotz der massiven Veränderungen in der Lebenssituation konnten keine „Verschlechterung der sozialen und gesundheitsbezogenen Ergebnisse“ festgestellt werden. Auch sei es zu keiner Zunahme von Angst oder Depression gekommen. Positiv sei aufgefallen, dass es mehr Kontakte zur Umgebung gab, als zuvor im stationären Wohnen. So konnte beobachtet werden, dass die TeilnehmerInnen der Studie mehr kulturelle Veranstaltungen besucht haben. Und fast jeder gehe raus, um Einkäufe selbst zu erledigen.
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Bei der Beurteilung der Risiken spielen die Mitarbeiter der Wohneinrichtungen eine wichtige Rolle. Sie müssten mit den Klienten bestimmte Wege oder Abläufe üben und einschätzen, was alleine erledigt werden kann. Bei der Betreuung ergänzen sich Pflegekräfte sowie pädagogisches Personal. Aus der Praxis wurde berichtet, dass es zu Problemen bei der Abstimmung der beiden Bereiche komme. Auf dem Papier besteht eine klare Abgrenzung, doch der Alltag sehe anders aus, meint Johannes Brühl. Er ist Sozialarbeiter beim WmI. Es sei schwierig zu sagen, die einen machen nur die Pflege und die anderen nur die Pädagogik. Wichtig sei „als Team“ zu arbeiten. Die komplexe Betreuungsleistung sei nur mit guter Kooperation möglich, so Brühl.