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Arbeit & Beruf
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02.03.2011 , Michael Pilz, Gabriela Walde, Stefan Kirschner, Volker Blech
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Ansichten eines Clowns
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Artikelnr.: 3011608776
Angeboten am: 04.10.2012
Umfang: 1.181 Wörter, 6.490 Zeichen, 0 Bilder
Clown Dimitri ist nicht lustig. Nicht jetzt. In einer Stunde wird er auf die Bühne seines kleinen Theaters in Verscio treten, dort stand er schon hundertmal und hat Menschen zum Lachen gebracht. Im Moment aber ist er angespannt. Ärgert sich womöglich über sich selbst, so kurz vor dem Auftritt noch einem Interviewtermin zugestimmt zu haben. Unter dem silbergrauen Prinz-Eisenherz-Haarschnitt des 76-Jährigen ziehen sich die Brauen zusammen, und die Augen darunter, sonst voller Schalk, hasten zwischen seinem Gegenüber und der Uhr hin und her. So ist er selbst der beste Beweis dafür, dass der Beruf Clown keinesfalls ein Versprechen für unerschütterliche Heiterkeit ist. „Es ist nicht wichtig, dass der Clown lacht“, sagt Dimitri. „Die Leute müssen lachen.“ Das tun sie immer, sobald Dimitri auf der Bühne steht. Der Tessiner, geboren in Ascona, ist einer der ganz großen Komiker, nicht nur in der Schweiz. Er arbeitete in den Fünfzigerjahren bei dem Pantomimen Marcel Marceau und tourte in den Siebzigern mit dem Cirkus Knie um die Welt. Seit mehr als 40 Jahren lockt er die Menschen in sein Theater im 1100-Einwohner-Dorf Verscio bei Locarno. Bis zu 20 000 Zuschauer im Jahr kommen, um den Träger des Hans-Reinhart-Rings, der höchsten Theaterauszeichnung der Schweiz, zu erleben.
