Die ganze Wahrheit über Armstrongs Lügen
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Artikelnr.: 3046375624
Angeboten am: 25.10.2012
Umfang: 900 Wörter, 5.406 Zeichen, 0 Bilder
Jens Hungermann
Am Tag der brisanten Enthüllungen zeigte sich Lance Armstrong betont gelassen. Just hatte die amerikanische Antidoping-Agentur Usada mitgeteilt, ihr monströses, mehr als 1000 Seiten schweres Verdikt über das gefallene Radsportidol und die systematischen Dopingpraktiken seines US-Postal-Teams an den Rad-Weltverband gesendet zu haben, da meldete sich der 41-Jährige via Twitter zu Wort: "Was ist heute Abend tue? Rumhängen mit meiner Familie, ungerührt." Und wie fast immer in solchen Fällen erwähnte Armstrong die Arbeit seiner Krebsstiftung. Sie ist sein persönliches Gutmenschen-Schild, wenn man so will.
Der trotzige Tweet vermag gleichwohl nicht zu kaschieren, dass die Dinge schlecht stehen für den Texaner. Sehr schlecht. Am Mittwochabend veröffentlichte die Usada, die ihn Ende August lebenslang gesperrt und seine Resultate seit 1. August 1998 rückwirkend annulliert hatte, ihre Dokumente zur Causa Armstrong. Und die haben es in sich. 26 Personen haben unter Eid ausgesagt in dem Fall, ein Großteil davon ehemalige und nach wie vor aktive Radprofis.
Die Dopingfahnder werfen Armstrong sowie fünf Teambetreuern und Ärzten systematisches Doping in den Jahren 1998 bis 2010 vor, unter Verwendung von Steuergeldern zumal. Armstrong selbst habe demnach mit den Substanzen Epo, Kortison und Testosteron gedopt, seinen Körper mit Blutdoping manipuliert und sogar mit verbotenen Mitteln gehandelt. Mehr noch: "Herrn Armstrong war es nicht genug, dass seine Kollegen auf dem Rad das Beste für ihn gaben. Er forderte sie auf, am Dopingprogramm teilzunehmen. Andernfalls wären sie ersetzt worden", heißt es.
Die Rede ist vom "ausgeklügeltsten, professionellsten und erfolgreichsten Dopingprogramm, das der Sport jemals gesehen hat". Wobei mit "erfolgreichstes" zweierlei gemeint sein kann: Entweder, dass es verblüffende Erfolge zeitigten (sieben Tour-Siege von 1999 bis 2005). Oder dass die Kontrolleure über Jahre an der Nase herumgeführt wurden.
Alles zusammengenommen enthüllten Augenzeugenberichte, Dokumente, direkte und Indizienbeweise den "schlüssigen und unbestreitbaren Beweis", dass Armstrongs Team konspirativ Doping betrieb - und zwar "systematisch, ununterbrochen, und hochprofessionalisiert", wie der Usada-Chef Travis Tygart sagt. Zur Beweisführung dienten u.a. Bankauszüge, E-Mails und Labortests.
Der Bericht der Usada veranschaulicht, wie Armstrong und seine Kollegen die Dopingfahnder über Jahre hinters Licht führten. Während es Ende der 90er-Jahre zunächst bisweilen schon genügte, Dopingkontrolleuren die Wohnungstür einfach nicht zu öffnen, wussten die Teamverantwortlichen später offenbar schon im Voraus über anstehende Tests Bescheid und konnten so Substanzen gegebenenfalls verschleiern.
Weil die Dopingkontrollen immer intensiver wurden, habe sich Armstrong mitunter in Wohnungen von Teamkollegen versteckt. Mithilfe der Ärzte in seinem Rennstall wurden für Armstrong exakte Zeitfenster für die Einnahme von verbotenen Substanzen kalkuliert. Lange bekannt ist zudem, dass der Teamarzt Luis Garcia del Moral ein Rezept nachträglich fälschte, nachdem der Star-Fahrer einmal positiv auf Kortison getestet worden war. Die UCI akzeptierte das seinerzeit.
Am Tag der brisanten Enthüllungen zeigte sich Lance Armstrong betont gelassen. Just hatte die amerikanische Antidoping-Agentur Usada mitgeteilt, ihr monströses, mehr als 1000 Seiten schweres Verdikt über das gefallene Radsportidol und die systematischen Dopingpraktiken seines US-Postal-Teams an den Rad-Weltverband gesendet zu haben, da meldete sich der 41-Jährige via Twitter zu Wort: "Was ist heute Abend tue? Rumhängen mit meiner Familie, ungerührt." Und wie fast immer in solchen Fällen erwähnte Armstrong die Arbeit seiner Krebsstiftung. Sie ist sein persönliches Gutmenschen-Schild, wenn man so will.
Der trotzige Tweet vermag gleichwohl nicht zu kaschieren, dass die Dinge schlecht stehen für den Texaner. Sehr schlecht. Am Mittwochabend veröffentlichte die Usada, die ihn Ende August lebenslang gesperrt und seine Resultate seit 1. August 1998 rückwirkend annulliert hatte, ihre Dokumente zur Causa Armstrong. Und die haben es in sich. 26 Personen haben unter Eid ausgesagt in dem Fall, ein Großteil davon ehemalige und nach wie vor aktive Radprofis.
Die Dopingfahnder werfen Armstrong sowie fünf Teambetreuern und Ärzten systematisches Doping in den Jahren 1998 bis 2010 vor, unter Verwendung von Steuergeldern zumal. Armstrong selbst habe demnach mit den Substanzen Epo, Kortison und Testosteron gedopt, seinen Körper mit Blutdoping manipuliert und sogar mit verbotenen Mitteln gehandelt. Mehr noch: "Herrn Armstrong war es nicht genug, dass seine Kollegen auf dem Rad das Beste für ihn gaben. Er forderte sie auf, am Dopingprogramm teilzunehmen. Andernfalls wären sie ersetzt worden", heißt es.
Die Rede ist vom "ausgeklügeltsten, professionellsten und erfolgreichsten Dopingprogramm, das der Sport jemals gesehen hat". Wobei mit "erfolgreichstes" zweierlei gemeint sein kann: Entweder, dass es verblüffende Erfolge zeitigten (sieben Tour-Siege von 1999 bis 2005). Oder dass die Kontrolleure über Jahre an der Nase herumgeführt wurden.
Alles zusammengenommen enthüllten Augenzeugenberichte, Dokumente, direkte und Indizienbeweise den "schlüssigen und unbestreitbaren Beweis", dass Armstrongs Team konspirativ Doping betrieb - und zwar "systematisch, ununterbrochen, und hochprofessionalisiert", wie der Usada-Chef Travis Tygart sagt. Zur Beweisführung dienten u.a. Bankauszüge, E-Mails und Labortests.
Der Bericht der Usada veranschaulicht, wie Armstrong und seine Kollegen die Dopingfahnder über Jahre hinters Licht führten. Während es Ende der 90er-Jahre zunächst bisweilen schon genügte, Dopingkontrolleuren die Wohnungstür einfach nicht zu öffnen, wussten die Teamverantwortlichen später offenbar schon im Voraus über anstehende Tests Bescheid und konnten so Substanzen gegebenenfalls verschleiern.
Weil die Dopingkontrollen immer intensiver wurden, habe sich Armstrong mitunter in Wohnungen von Teamkollegen versteckt. Mithilfe der Ärzte in seinem Rennstall wurden für Armstrong exakte Zeitfenster für die Einnahme von verbotenen Substanzen kalkuliert. Lange bekannt ist zudem, dass der Teamarzt Luis Garcia del Moral ein Rezept nachträglich fälschte, nachdem der Star-Fahrer einmal positiv auf Kortison getestet worden war. Die UCI akzeptierte das seinerzeit.
