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Gernot Brauer


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22.03.2013 , Andreas Rüdig

Bauschäden: Der U-Bahn geht's nass hinein

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Artikelnr.: 3046654152
Angeboten am: 27.10.2012
Umfang: 507 Wörter, 3.157 Zeichen, 1 Bild
  • WWährend in München U-Bahn-Zwischengeschosse schick aufgemöbelt werden, zerfrisst hinter den Wänden der Rost den Stahl im Betonder Foto: Allmann Sattler Wappner
Auf Jahre muss die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) deshalb sanieren.

 

Zehn Kilometer U-Bahn-Tunnel und zahlreiche Bahnhöfe hat das seinerzeitige Münchner U-Bahn-Referat in der sogenannten Deckelbauweise errichtet: Mit Baggern hob man zunächst auf beiden Seiten der künftigen Verkehrsbauwerke tiefe Schlitze aus, füllte sie mit Beton und goß dann von Schlitzwand zu Schlitzwand über das dazwischen noch vorhandene Erdreich hinweg einen dicken Deckel in der Regel aus Spannbeton. Erst danach hob man unter dem so entstandenen Bauwerk das Erdreich aus und baute in die so frei werdende Röhre U-Bahn-Technik hinein, ohne oben, zu ebener Erde, den Verkehr noch zu stören. Diese Technik wird noch heute im großen Maßstab benutzt, etwa bei den Straßentunneln in Münchens Mittlerem Ring.

 

Was noch vor wenigen Jahren niemand wahr haben wollte: Die Fugen zwischen den Wandschlitzen und dem Deckel sind selten dicht. Wenn Münchens Straßen im Winter mit Tausalz bestreut werden und Schneeschmelze oder Regen dieses tonnenweise ausgebrachte Salz in den Untergrund waschen, dringt es durch diese Fugen auch in die Verkehrsbauwerke ein. Salz greift Stahl an und bringt ihn zum Rosten. Allmählich rostet er durch. Viele Stahlarmierungen im Beton der U-Bahn-Bauwerke sehen inzwischen aus wie Salzstangen, die unter die Mäuse gefallen sind: teilweise bis auf die Hälfte abgenagt, genauer gesagt vom Satz korrodiert. Die Standfestigkeit der Anlagen ist ernsthaft gefährdet.

 

Genau da, wo die Deckelbauweise eigentlich für möglichst wenig Verkehrsstörungen durch Baustellen sorgen sollte, muss die MVG deshalb Bahnhof für Bahnhof und Tunnelkilometer für Kilometer neue Baustellen einrichten, sich neben den U-Bahn-Bauwerken zwischen dem dort meistens vorhandenen Gewirr von Rohren und Kabeln ein paar Meter in die Tiefe graben, die Kanten der Bauwerke freilegen und korrodierte Abschnitte sanieren. Am Münchner Hauptbahnhofs-Vorplatz beispielsweise ist das gerade erst geschehen.

 

MVG mussihre Verkehrsbauwerke generell auf Vordermann bringen

 

Aber auch ohne diese unvorhergesehenen, -zig Millionen teuren Betonsanierungen braucht Münchens U-Bahn-System (wie übrigens auch die S-Bahn- und Straßentunnels, so weit ihre Strecken in der selben Bauweise errichtet wurden) Geld zur Sanierung. Denn viele Bahnhöfe sind in die Jahre gekommen. Etwa ein Drittel der hundert U-Bahn-Stationen sind jetzt 30 bis 35 Jahre alt. Die Böden und Treppen sind abgelaufen, Rolltreppen und Aufzüge erneuerungsbedürftig, elektrische Anlagen und die Beleuchtung von gestern, Sicherheitstechnik und vor allem der Brandschutz nicht mehr auf heutigem Stand. Auch Barrierefreiheit ist heutzutage eine Selbstverständlichkeit, war dies aber seinerzeit keineswegs. Auf viele Jahre wird die MVG daher diese Verkehrsbauwerke auf Vordermann bringen müssen.

 

Ein Problem, dass die Verantwortlichen nach Auskunft von MVG-Chef Herbert König früher kaum beachtet haben, ist das subjektive Sicherheitsempfinden der Fahrgäste. Auch wenn objektiv keine Gefahr droht, werden dunkle, schlecht einsehbare Ecken als zumindest ungemütlich wenn nicht als unsicher erlebt. Ein Prinzip der Bahnhofssanierung lautet deshalb: Alles soll möglichst auf einen Blick erfassbar, überall einsehbar und hell und freundlich ausgeleuchtet werden.                                                                                        Gernot Brauer
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