Große Herausforderungen für M2M
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Artikelnr.: 3051716808
Angeboten am: 18.10.2012
Umfang: 1.154 Wörter, 8.498 Zeichen, 0 Bilder
"Die Erstellung von M2M-Lösungen ist mangels durchgängiger Wiederverwendung und Standardisierung von Teilkomponenten sozusagen manufakturartig und führt zu hohen Kosten, inkompatiblen Insellösungen sowie Verzögerungen bei der Implementierung", beklagt die Projektgruppe Kompetenznetzwerk Machine-to-Machine-Kommunikation der AG2 des Nationalen IT Gipfels. Aus Sicht der AG fehlt es u. a. an Hersteller- und Netzbetreiber-übergreifenden Standards und Schnittstellen.
"Eine Vielzahl von Standards mit unzureichenden und unvollständigen End-to-End-Standardisierungslösungen, die nur Teilaspekte und -lösungen adressieren, tragen zur weiteren Fragmentierung in vertikale M2M-Märkte bei", bestätigt Joachim Koss, Director Standardization bei Cinterion, das aktuelle Problem. Damit verschiedene Geräte, Systeme und Techniken unterschiedlicher Hersteller zusammenarbeiten können, ist Interoperabilität gefragt durch Einhaltung gemeinsamer Standards. Lösungsansätze sind standardisierte Testspezifikationen oder Zertifizierungen durch anerkannte, unabhängige Labors. Darüber lässt sich der Nachweis erbringen, dass die einzelnen Komponenten vorgegebene Standards erfüllen. Häufig wird der Interoperabilitäts-Nachweis über sogenannte Plugtests durchgeführt. Hier wird herstellerübergreifend die Zusammenarbeit von Geräten, Systemen und Designs getestet. Technologiespezifische Plugtests organisieren zum Beispiel das European Telecommunications Standards Institut (ETSI), die Continua 2 Health Alliance, Bluetooth Special Interest Group (Bluetooth SIG) und das WiMAX FORUM.
Herausforderung Sicherheit/Datenschutz
Neue Informations- und Kommunikations-Systeme und -Dienste (IKT) können nur dann mit einer hohen Akzeptanz rechnen, wenn ihre Sicherheit auf einem hohen Stand gewährleistet werden kann. Die Themen "Schutz privater Daten" und "Schutz der Systeme vor Datenspionage und -manipulation" rücken in den Vordergrund. Hier sind im Bereich M2M noch große Lücken zu verzeichnen. Insbesondere Smart Meter sind in der Kritik: "Mit den Informationen von Smart Metern wird den Verbrauchern direkt in die Wohnung geschaut, denn durch ihren Energieverbrauch lässt sich auf viele Tätigkeiten rückschließen", so Thilo Weichert, Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein. Mit einem simplen Portscanner hat der deutsche Sicherheitsforscher Collin Mulliner die Netze von europäischen Mobilfunkanbietern untersucht und fand ungeschützte Smart Meter, IP-Kameras, Geräte zum Orten von Miet- und Lieferwagen, Vermessungsgeräte, tragbare Barcode-Scanner sowie GSM-/GPRS-Router, die meist in Industrieanlagen, SCADA-Systemen oder zwischen Geldautomaten und Bankenrechenzentren eingesetzt werden.
Behörden und Verbände haben Vorschläge zur besseren Sicherheit vorgelegt, die jetzt umgesetzt werden müssen (vgl. die VDE-Trendstudie "IKT-Sicherheit", das Eckpunktepapier "Smart Grid Security" des Bundesverbandes IT-Sicherheit e. V., TeleTrusT oder das "Schutzprofil für Smart Meter" vom BSI, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik). Die darauf basierenden Geräte erfüllen höhere Sicherheitsstandards. So kommunizieren die durch das BSI zertifizierten Smart-Meter-Gateways bspw. über GSM/UMTS oder DSL mit den Backend-Servern und übertragen die Daten hierbei immer doppelt verschlüsselt (Übertragungskanal + Inhalt) und integritätsgeschützt. "Wir sehen hier jedoch, das Mobil Devices zukünftig eine immer wichtigere Rolle einnehmen beim automatisierten Zugriff auf Smart-Meter-Daten und kritische Infrastrukturen, weswegen bspw. speziell abgesicherte Smartphones notwendig werden" ergänzt Michael Grone von Sirrix AG security technologies.
Herausforderung Komplexität
In M2M-Netzwerken ist von einer weitaus größeren Anzahl an M2M-Terminals auszugehen, als heute Teilnehmer in Mobilfunknetzen zu verzeichnen sind. Aus diesem Grund müssen die Endgeräte einerseits klein, integrierbar und von geringer Komplexität sein, um eine flächendeckende Abdeckung kostengünstig realisieren zu können. Hauptforderungen an die Hardware sind die Miniaturisierung und ein möglichst geringer Energieverbrauch, um Wartungskosten zu vermeiden und die Betriebszeit zu erhöhen.
Bisherige Veröffentlichungen
NET, 9-2012